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Tschüss…



Das Merlin schließt wieder seine Türen, räumt die Stühle weg, schaltet die Theke aus und fährt die Tonanlage runter. Um den rasanten Anstieg der Infektionszahlen zu stoppen, haben wir bereits in den letzten 14 Tagen fast alle Veranstaltungen abgesagt, nun ist es offiziell und per Verordnung angewiesen, dass im kompletten November alles untersagt ist, was der Unterhaltung dient.

Dass Kultur nicht nur der Unterhaltung dient, das wissen wir alle. Konzerte, Lesungen, Kinderveranstaltungen, Improtheater und Filmabende dienen nicht nur der persönlichen Unterhaltung, sondern auch dem sozialen Zusammensein, der Erweiterung des Horizontes, der gesellschaftlichen Auseinandersetzung und geselligen Zusammensetzung sowie mitunter Erweiterung des Freundeskreises. Kultur ist der Kitt der Gesellschaft, und dass wir es ohne Kultur nicht aushalten, steht völlig außer Frage. Nicht nur die Bands und unsere geübten Konzertgänger haben inzwischen krasse Entzugserscheinungen. Wir vermissen auch unsere geliebten Familiensonntage mit dem public viewing von der Sendung mit der Maus und einem Haus voller Kinder, wir vermissen plattgetanzte Füße, abgeräumte Theken, mitgesungene Lieder und mitgelachte Theaterabende mit mehr als 40 maskierten, brav sitzenden Menschen, und sogar ein völlig verrümpeltes Backstage, das vermissen inzwischen wir auch.

Aber es ist halt Pandemie, wir können das nicht ändern, wir können nur versuchen, so gut es geht, damit zurecht zu kommen. Der Vermieter des Merlin hat eine sechsstellige Summe in die Sanierung der Lüftung gesteckt (DANKE!). Wir haben einen Zuschuss vom Bund für die infektionssichere Ausstattung bekommen (DANKE!) und gleich verbaut, wir haben Hygieneschulungen gemacht, Hygienekonzepte geschrieben und coole Merlin-Masken gedruckt. Trotzdem ist der Laden jetzt erstmal dicht. Wir tragen diese Entscheidung mit, denn wir wollen alle, dass unsere Gäste, Künstler*innen und Mitarbeiter*innen ihre Kontakte reduzieren, so viel es geht zu Hause und vor allem gesund bleiben. Wir haben die große Hoffnung, dass es in der nächsten Zeit zukunftsfähige Konzepte gibt, die über eine Schließung des Kulturbetriebes hinausgehen, denn wir werden wohl noch länger als bis Weihnachten diesen, nächsten oder übernächsten Jahres mit diesem Virus zu tun haben.

Wir haben für das erste Halbjahr 2021 einen weiteren, großzügigen Zuschuss vom Bund bekommen (DANKE!), um unser Programm trotz massivem Einnahmenverlust durchführen und den Künstler*innen angemessene Gagen zahlen zu können. Deshalb drücken wir jetzt alle zusammen die Kurve runter und freuen uns wie verrückt auf die PopFreaks im Januar.

… bis zum nächsten Mal!

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